Rückblick 2011 - Ausblick 2012
Sehr geehrte Damen und Herren,
schon wieder geht ein Jahr zu Ende.
Ich bin fast versucht wie in dieser Zeit üblich einen klassischen Jahresrückblick zu tätigen. Jedoch sollten wir nicht zurückschauen, die Branche der Energieberatung ist zu Jung um sich in Vergangenem zu verlieren.
Der Blick nach Vorne bescheinigt uns jedoch nicht nur Sonnenschein. Der Hickhack um die steuerliche Absetzung von energetischen Modernisierungsmaßnahmen. Es bewirkt das viele Gebäudeeigentümer die Sanierung und auch die vorgeschaltete Beratungen verschoben haben, mit der Konsequenz das nun in den Wintermonaten so gut wie keine Sanierungsmaßnahmen im Außenbereich angefangen werden.
Die Absetzbarkeit ist nun verschoben, alle die die abgewartet haben werden sich nun zusätzlich im nächsten Jahr um qualifizierten Handwerker bemühen. Wer hier keine schnelle Entscheidung trifft und sich seinen Handwerker sichert, wird sein Objekt mit den sogenannten Verarbeitern durchziehen müssen.
Um die Sanierungsquote zu erfüllen ist viel Anstrengung notwendig. Hier muss in die Fort und Weiterbildung investiert werden, die Qualifizierung im energetischen Bauen und Sanieren vorangetrieben werden um genügend Fachleute auch schon in der Planungsphase zu finden. Ein Ansatz ist sicherlich die Expertenliste für Bundesförderprogramme, die uns ja einen aufregenden Sommer und Spätherbst beschert hat.
Es ist ein erster Ansatzpunkt eine gewerkübergreifende Expertenliste aufzustellen. Leider beinhaltet diese Liste nur die Experten für die Vor-Ort-Beratung und die KFW Effizienzhäuser 40 / 55, hier sollte insbesondere die Voraussetzungen zur Ausstellungsberechtigung für die Vor-Ort-Beratung überdacht werden. In diesem Programm erhalten zurzeit nur wirtschaftlich unabhängige Berater die Ausstellungsberechtigung. Hier sollte mehr die gewerkübergreifende und neutrale Beratung in den Vordergrund gestellt werden. Dann würden für die Vor-Ort-Beratung auch genügend qualifizierte Berater und Beraterinnen zur Verfügung stehen, so wie bei den KFW-Effizienzhäusern.
Einem kleinen Rückblick kann ich mir doch nicht verkneifen.
Bei Treffen von Kollegen und Kolleginnen fehlt in keinem Gespräch die KMU-Beratung. KMU ist die Abkürzung für „kleine und mittlere Unternehmen“. Auch hierfür gibt es ein Förderprogramm für Initialberatungen und Detailberatungen. Hier ergibt sich für unsere Branche ein Auftragspotenzial welches nur mit ca. 5000 Beratungen/Jahr genutzt wird, bei einem Potenzial von ca. 300.000 Betrieben in Deutschland mit 10 – 250 Beschäftigten. Werden die Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern dazu gezählt, sind es über 3 Millionen. Es mangelt hier sicher nicht an Fachleuten, dieses Förderprogramm hat das Problem, dass es fast nicht bekannt ist. Hier sollten die Fördergeber unsere Mitglieder mehr unterstützen um für diese geförderte Beratungsleistung auch einen erhöhten Anreiz zu haben dies zu bewerben.
Es gibt viele Gründe nach vorne zu schauen, das Jahr 2012 bringt verpflichtenden Eintrag in die Liste der „Energieexperten für die Bundesförderprogramme“. Die KFW-Förderbank wird das Programm „altersgerecht Umbauen“ mit eigenen Mitteln und geänderten Bedingungen fortführen. Die nächste EnEV wird auf die Zielgerade einbiegen. Die Diskussion um die Gewichtung zwischen Gebäudehülle und Gebäudetechnik wird zunehmen. Die verschiedensten Akteure werden sich am Markt der Energie- oder Energieeffizienzberatung umsehen, gestützt durch Verordnungen und Richtlinien der EU. Bei aller Globalisierung sollten die Energieberater/ innen nicht vergessen werden welche in ihrem regionalen Umfeld mit unterschiedlichstem Engagement und finanziellen Aufwand sich für die Sache einsetzen.
In diesem Sinne wünsche ich im Namen der Vorstandschaft, alle unsere Mitglieder, Förderer und Freunde, ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches, gesundes und glückliches Jahr 2012.
Ihr Dieter Bindel
1. Vorsitzender, GIH Baden-Württemberg